zur Hauptseite der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Landshut >>
Die Geschichte des Löschzuges Achdorf

Hier finden sie einige Meilensteine aus der Geschichte des Löschzuges Achdorf

Als Freiwillige Feuerwehr Achdorf von Tabakfabrikbesitzer Alois Bierling ins Leben gerufen , ist die Achdorfer Wehr unter den ersten sieben Feuerwehren im Landkreis Landshut im März 1874 erwähnt. Das offizielle Gründungsdatum wird im damaligen königlichen Bezirksamt mit 6. April 1874 vermerkt. An diesem Tag fanden sich neben Alois Bierling mit Heinrich Hinterholzer, Sebastian Donhauser und Xaver Vitzthum noch drei weitere Männer zur Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Achdorf zusammen. Im Jahr 1880 zählte die Freiwillige Feuerwehr Achdorf bereits 60 aktive Mitglieder und erhielt nun auch ihre erste Standarte.  Zur damaligen Zeit war die Organisation "Feuerwehr" in drei Abteilungen, nämlich Steiger, Spritzenmänner und Retter aufgeteilt.
Die Anschaffung einer Saug- und Druckspritze im Januar 1883 sollte sich alsbald als leistungssteigernd und wirkungsvoll erweisen. Am 11. November 1883 wurde von der Stadt Landshut Feueralarm gegeben. Es brannte beim Reichardtbräu zwischen den Brücken. Dort bestand die neue Spritze ihre Feuerprobe und die Achdorfer Wehr bewies ihre Schlagkraft.
Josef Schmid, der Besitzer des Ruffini-Schlösschens, ließ 1886 auf seinem Grund das erste Achdorfer Feuerhaus errichten. Dieser ehemalige Schlosskomplex ist bis heute die Heimstätte der Achdorfer Wehr geblieben. 1928 wurde die selbständige Gemeinde
Achdorf nach zähen Verhandlungen in die Stadt Landshut eingemeindet und die Achdorfer Wehr wurde als dritter Zug in die Freiwillige Feuerwehr Stadt Landshut eingegliedert. Im Jahr 1961 erbaute die Stadt Landshut, unmittelbar neben dem ersten, aber mittlerweilen auch viel zu kleinen Feuerhaus, ein neues Gerätehaus mit zwei Stellplätzen, einer Hausmeisterwohnung und einem Schulungsraum.  Zwischenzeitlich hat sich der Löschzug Achdorf, neben den Aufgaben von Retten, Bergen, Löschen und Schützen zur Gefahrenabwehr bei Mineralöl- und Chemieunfällen spezialisiert. Ein 1964 angeschaffter Ölschadensanhänger bildete damals die Grundlage, Einsätze zur Gefahrenabwehr über die Grenzen der Stadt Landshut hinaus zu leisten. Im Jahr 1972 wurde dieses Gerätehaus um zwei weitere Stellplätze erweitert, da auch das 1961 erbaute Feuerhaus den Platzbedarf der
Achdorfer Wehr nicht mehr ausreichend decken konnte. Somit standen 1972 nach dem Anbau folgende Räumlichkeiten zur Verfügung: Stellplätze für vier Großfahrzeuge und Kleingerät, sowie ein Unterrichtsraum, ein Gesellschaftsraum, ausreichend sanitäre Einrichtungen und eine Verwalterwohnung. Eine weitere Verbesserung der Einsatzstärke brachten die 1973 eingeführten Funkwecker. Diese konnten die Wehrmänner in ihren Wohnungen oder an ihren Arbeitsplätzen positionieren.  Die Alarmierung über Funkwecker war zu dieser Zeit die zuverlässigste und präziseste Methode der Alarmierung.
 

Hierzu einige markante Beispiele aus der Chronik:
Am 27. Oktober 1964 stürzte im Markt Gangkofen ein mit 22 000 Liter Heizöl gefüllter Tankwagen über eine Böschung und drückte eine Hausmauer ein. Der Löschzug Achdorf der Freiwilligen Feuerwehr Landshut pumpte das auslaufende Mineralöl in einen anderen Tankwagen um.
Am 23. Oktober 1969 stürzte in Wörth a. d. Isar ein Kessel-Sattelschlepper mit 25 000 Liter Benzin um und begrub einen mit Kies beladenen LKW. Ein Gewitter mit Blitz und Donner verschärfte die Situation zunehmend. Eine drohende Explosion galt es
abzuwehren und den Tankzug wieder auf die Räder zu bringen, was letzten Endes auch gelang.
Am 3. August 1971, einem sehr warmen Sommertag, kippte am so genannten Kupfereck in Achdorf ein Österreichischer Benzintankzug um und fing Feuer. "200 Meter hoher Rauchpilz über Landshut", lautete damals die Schlagzeile in der Presse als 30 000 Liter Benzin in Flammen aufgingen und eine große Mengen Treibstoff in den Kanal flossen. Die Spezialisten des Löschzuges Achdorf, bewährten sich bei diesem brisanten Einsatz zusammen mit den Kameraden aus Stadt und Landkreis Landshut bestens.
Ein außer Kontrolle geratener Tankzug, der das Gasthaus Wadenspanner in Altdorf in Flammen aufgehen ließ, rief hier wiederum die Kräfte des Ölschadenszuges auf den Plan.


Neben der Beseitigung von Ölspuren auf Fahrbahnen, landwirtschaftlichen Spritz- und Düngemitteln, auslaufender Schwefelsäure aus großen Batterien, Ammoniak und anderen Chemikalien bewies der Löschzug Achdorf weit über die Stadtgrenzen hinaus seine Einsatzstärke, die aber nur durch regelmäßige Übungen, Lehrgänge und großer Disziplin erreicht werden kann. Um diese Aufgaben bestmöglich bewältigen zu können, beschaffte die Stadt Landshut in den folgenden Jahren einen Gerätewagen Öl (GW-Öl), ein
Spezialfahrzeug für Freiwillige Feuerwehren, welches damals in ganz Süd-Bayern führend war. Ein GWG (Gerätewagen Gefahrgut) mit spezieller Chemie-Ausrüstung löste 1995 den einstigen GW-Öl ab.
Die mehr und mehr vorherrschende Enge im 1961 erbautem Gerätehaus führte 1998 zu einem kompletten Neubau der Feuerwache Achdorf mit 6 Stellplätzen, Schulungsraum, sanitären Einrichtungen, und einer Hausmeisterwohnung. Dieser moderne Bau wurde durch die Stadt Landshut am 3. Mai 1998 den Achdorfer Wehrmännern übergeben, und beherbergt derzeit neben den sechs Einsatzfahrzeugen 47 aktive Kameraden, sowie 22 passive Kameraden.
 


<< zurück